Donnerstag, 13. August 2015
Geistiges Zerpflücken
Eine buddhistische Geschichte zur Illustration der Unsinnigkeit mancher Fragen erzählt davon, wie ein vom Pfeil Getroffener seine Heilung verhindert indem er sich im Nachdenken über Nebensächlichkeiten verliert wie dem Standpunkt des Schützen oder der Beschaffenheit des Bogens. Als kopflastige Person neige ich dazu mich in endlosen Erforschungsexpeditionen zu verirren und darob die praktische Umsetzung des Gelernten zu vernachlässigen. Insofern kann ich mich gut mit dem Verwundeten identifizieren. Wie es sich für eine Philosophin gehört, fallen mir zahlreiche Gegenargumente ein, vom Erkenntnisreichtum diskursiv-analytischen Denkens bis zur Kritik autoritärer Forderung blinden Glaubens.
Doch scheinen nicht alle Formen des Nachdenkens in allen Angelegenheiten gleichermassen angemessen:
Das überkritische Zerpflücken des Vorgefundenen kann destruktive Züge annehmen, während wir mit dem Prinzip der wohlwollenden Interpretation weiter kämen, wenn das Ziel im Verstehen Wollen liegt.
Nicht alles, das erfahrbar ist, ist auch kommunizierbar. Nicht jede Information kann sinnvoll durch analytische Untersuchung ergründet werden.
Manchmal geht Probieren über Studieren. So wie es nicht notwendig ist über elektrische Details von Mikrowellen Bescheid zu wissen um sie erfolgreich nutzen zu können, so ist nicht für jedes angestrebte Ziel das Verständnis aller Einzelheiten hilfreich oder gar notwendig.
Montag, 3. August 2015
Lammas
In der Schweiz feiere ich den ersten August nie alleine. Wenn auch die Motive meiner Mitmenschen sich nicht exakt mit den meinen decken mögen, so schätze ich doch das Festessen mit der erweiterten Familie und das anschliessende Feuerwerk sehr. In meinen Augen stellt es eine fulminate Würdigung des Höhepunkts des Sommers dar.
Freitag, 31. Juli 2015
Vergänglichkeit und Sinn
![]() |
| Quelle: http://www.smk.dk/en/explore-the-art/highlights/karel-dujardin-boy-blowing-soap-bubbles/ |
Das Bild von Karel Dujardin aus dem Jahr 1663 trägt den Titel Seifenblasen blasender Junge: Allegorie auf die Vergänglichkeit und Kürze des Lebens und ist mir bei meinem Besuch im SMK in Kopenhagen ins Auge gestochen.Vermutlich unterscheiden sich meine Assoziationen erheblich von jenen Dujarins und seiner Zeitgenossen, für welche der Homo Bulla eine Mahnung der Konzentration auf angenommene jenseitige Werte gewesen sein dürfte. Wie ich in Memento moriendum dargelegt habe, ist die Kürze des Lebens auch für mich ein grosser Motivator. Mein Ausgangspunkt ist dabei nicht ein vorgefundener oder zu entdeckender Sinn des Lebens, sondern die bewusste Sinnschöpfung aufgrund vorgefundener Sinnfreiheit. In Dujardins Allegorie sehe ich die von mir angestrebte spielerisch-schöpferische Herangehensweise verbildlicht. Mich berührt die unbefangene Fröhlichkeit des Seifenblasen blasenden Jungen, der sich die Wertschätzung flüchtiger Schönheit trotz dem Wissen um die Vergänglichkeit unserer Unternehmungen nicht nehmen lässt.
Montag, 29. Juni 2015
Spazieren
Da mein letzter Umzug nur einige Monate zurück liegt, entdecke ich auf meinen Spaziergängen immer wieder neue Ecken und unbekannte Strassenzüge, doch man geht falsch in der Annahme, dass vertraute Wege ihren Reiz für mich verlören. Im Gegenteil; Erst wenn ich die Gegend kenne, kommt mein bevorzugtestes Element des Spazierens richtig zum Tragen: Das Beobachten des Wandels der Jahreszeiten. Auf diese Weise mag ich zwar oft den gleichen Weg gehen, aber der Spaziergang ist jedes Mal ein anderer.
Sonntag, 28. Juni 2015
Räuchern
Ich schöpfe aus der Überfülle an Kräutern und (bekömmlichen) Blüten, die nun in voller Pracht stehen. Die getrockneten Schätze schreien beinahe danach in meinem Mörser zu den verschiedensten duftigen Kombinationen gemahlen zu werden, die ich natürlich sogleich ausprobieren muss. Das Duftwerk wird noch lange nach der Blütezeit die Magie von sommerlichen Blumenwiesen und Kräutergärten wiederauferstehen lassen.
Mittwoch, 24. Juni 2015
Sommersonnenwende
Ich feiere die kürzeste Nacht mit einem Freudenfeuer, das ich zum Anlass nehme auf die erste Hälfte des Jahres zurück zu blicken, erreichte Ziele zu würdigen und meine Wünsche für die zweite Hälfte symbolisch dem Feuer zu übergeben.
Mittwoch, 20. Mai 2015
Kirchen
Abonnieren
Posts (Atom)

